Der Neustart im Jahr 2000

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Am 12.08.2000
 

30 Jahre nach dem letzten Lückendorfer Bergrennen hatten die Sportfreunde Frank Liebich und Frank Siegert die Idee, alte Renntechnik noch einmal an die Strecke zu bringen. Mit Albert Gärtner als Mentor und vieler fleißiger Helfer als Unterstützung wurde im Rahmen einer Demonstrationsfahrt an vergangene Renntraditionen erinnert. Alte Renntechnik startete wieder in Eichgraben und nahm den Weg nach Lückendorf. Bei dieser Neuauflage waren viele ehemalige Rennfahrer als Aktive oder Ehrengäste mit dabei.

 

04.08. 2001

 

exakt vor 40 Jahren war der Neustart und heute arbeitet und fährt die 3. Generation am Lückendorfer Berg. Aus dem Anlass übergibt der Vizepräsident des ADMV Horst Scholtz einen Erinnerungspokal an den MC. Erfolgreichster Teilnehmer aus Zittauer Sicht ist Jens Donath als bester Wagenfahrer aller Klassen. Der MC ROBUR veröffentlichte anlässlich dieser Veranstaltung erstmalig einen Kalender vom Lückendorfer Berg.

 

11.08.02

 

3. Gleichmäßigkeitsläufe auf der Bergrennstrecke. Dietmar Graupner aus Annaberg-Buchholz fügt seinem Sieg aus dem Jahr 1961 einen weiteren dazu und das zu seinem Geburtstag. Die alten Rennfahrer treffen sich im Weißbachtal. 5000 Zuschauer pilgerten in diesem Jahr zur legendären Rennstrecke. Mit Helga Heinrich, Dietmar Graupner, Gernot Weser und Wolfgang Krug  u.a.m. wurden Aktive von einst und heute herzlich begrüßt. Die Veranstaltung fand erstmalig an zwei Tagen statt. 10.08.2003, 80-Jahre Jubiläum Lückendorfer Bergrennen wird begangen. In einer Feierstunde werden am Abend im Festzelt alte Erinnerungen aufgefrischt. Niemand ahnte, dass diese Veranstaltung ein schmerzlicher Abschied von Albert Gärtner werden sollte. Mehrere Rennsportwagen wie Melkus RS 1000, Melkus PT 73 begeisterten die Zuschauer. Mit Ivar Sauter aus der Schweiz wurde ein ehemaliger Europabergmeister begrüßt. Einheimische Rennfahrer, Ronny Linke, Gerold Elstner, Uwe Göttlich mischten bei der Gleichmäßigkeitsfahrt kräftig mit. Ein Treffen ehemaliger Rennfahrer, moderiert von Lutz Weidlich gemeinsam mit J. Kießlich, läuft bei einmaliger Atmosphäre im Festzelt ab.

 

08.08.2004

 

Ca. 8000 Zuschauer und 250 Aktive erlebten die 5. Gleichmäßigkeitsläufe, seit mehreren Jahren trägt der Schweizer Rennfahrer Ivar Sauter dazu bei der Veranstaltung einen internationalen Charakter zu verleihen. 8000 Zuschauer säumten die Strecke.

Das Fahrerlager wurde mit großem Aufwand erweitert. Motorsportprominenz aus Deutschland, Tschechien, Großbritannien und der Schweiz sind in Lückendorf am Start. Ein besonderes Flair bildeten die Sonderläufe Historische Formel 3 und bei den Motorrädern mit der Marke JAWA.

 

14.08.2005

 

Das 1961er Podest der 125 cm³ Klasse mit Dietmar Graupner, Erhard  Weickert und Joachim Knorr war wieder mit dabei. Motorsport erhält jung! 260 Teilnehmer mit 295 Rennfahrzeugen werden von nahezu 10000 Zuschauern bestaunt. Die BILD titelte über die 6. Demonstrations- und Gleichmäßigkeitsläufe: Das Lückendorfer Bergrennen das älteste seiner Art in Deutschland. Seit 1923 kommen Fans in Scharen! Rennfahrerlegenden wie Caracciola und von Brauchitsch fuhren auf dieser Strecke.

 

13.08.2006

 

Erstmalig kommen die Zuschauer in den Genuss moderne Sportgefährte der renommierten Automarken Ferrari und Lamborghini in Aktion auf der Traditionsstrecke zu erleben.

Der absolute Hingucker der 7. Demonstrations- und Gleichmäßigkeitsfahrt war trotz Regen der Lamborghini des einheimischen ALL-INKL.COM Team und die Zweitbesetzung im Ferrari. Entsprechende Sicherheitsmassnahmen begleiteten die Fahrt. Bereits zum zweiten Mal werden die Läufe zum ADMV Classic Cup gewertet.

 

12.08.2007

 

8. Demonstrations- und Gleichmäßigkeitsläufe, im Rahmen der Veranstaltung findet aus Gründen der Traditionspflege am Abend im Hotel Riedel ein Treffen der ehemaligen Rennfahrer statt. Erstmalig findet die Veranstaltung im Rahmen der Historik Mobil statt. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit zwischen den Orten Jonsdorf, Oybin, Bertsdorf und Lückendorf mit dem Bus oder der Bahn zu fahren.

 

09.08.2008

 

Zum 9. Mal überhaupt  und zum 2. Mal als „Historik Mobil“ fanden die  9. Demonstrations- und Gleichmäßigkeitsfahrt am Lückendorfer Berg unter dem Zuspruch von über 10000 Zuschauern statt. Gleichzeitig feierten wir das 85. Jahr der Erstdurchführung. Zu diesem Zweck wurde eine Jubiläums-CD produziert. Inzwischen ist diese Veranstaltung ein Höhepunkt im Classic Cup des ADMV. Neu in diesem Jahr waren die „Charity-Drive“ Fahrten, die von den Zuschauern rege angenommen wurden und deren Erlös einem Verein für Kinderkrebshilfe in Dresden zur Verfügung gestellt wurde. 2009, wieder waren die Läufe am Berg in die Trilogie „Historik Mobil“ eingebunden, parallel zur Rennhistorie fand das Festival bei der Zittauer Schmalspurbahn und die Jonsdorfer Oldtimerschau statt.

 

An der Schmalspur stand Ministerpräsident Tillich Pate bei der Einweihung des historischen Zittauer IV K Zuges aus dem Jahr 1908. Erstmalig wieder am Lückendorfer Berg dabei, Klaus Wagner auf einer Yamaha Rennmaschine, dem kundigen Rennpublikum in guter Erinnerung an seinen 3. Platz auf einer MZ – RE 125 im Jahre 1965.In einem Jawa – Sonderlauf, organisiert vom Großschönauer Steffen Bänsch, sollte an das 80-Jährige Jubiläum der tschechischen Traditionsmarke erinnert werden.

 

07.08.2010

 

In diesem Jahr wurde von den Wassermassen einer urgewaltigen Regenfront am 1. Augustwochenende alles hinweggeschwemmt. Somit fiel das 11. Lückendorfer Bergrennen der 3. Generation wortwörtlich in das Wasser. Im Rahmen der Veranstaltung war das Treffen ehemaliger Rennfahrer eingebunden. Besondere Ehrengäste sollten Phil Read und Jim Redman sein und sie waren es. Wiedersehensfreuden hoben die Stimmung, aber dann begann das Wasser von innen im Haus stark zu steigen.

 

Trotzdem fand auf Wunsch aller Teilnehmer der Traditionsvortrag statt, besonders erfreut waren davon die beiden mehrfachen Weltmeister Jim Redman und Phil Read. Rennleiter Frank Siegert traf relativ kurz entschlossen, nach Rücksprachen mit dem 1. Vorsitzenden des MC, Erhard Gärtner, mit dem Chef der SOEG Ingo Neidhard als den Partner von Historik Mobil, sowie weiterer Veranstalter des Classic Cup die Entscheidung, die Veranstaltung am 16./17.10. 2010 nachzuholen.

Das Glück der Tüchtigen wurde bei schönstem, goldenen Herbstwetter gestärkt. Nicht zuletzt sollte der unverwüstliche Lutz Weidlich als Streckensprecher genannt werden, schon 1965 war er bei den echten Lückendorfer Bergrennen dabei, und wenn ein Sprecher das Publikum nicht unterhalten kann ist dann auch der Wert der Veranstaltung gemindert. Insgesamt gab es für diese Veranstaltung nur ein Prädikat „ausgezeichnet!

 

06. & 07.08.2011

 

Neues mit bewährten Traditionen, so könnte die Überschrift für die diesjährige Veranstaltung lauten. 223 Teilnehmer stellten sich dem Starter allein für die Gleichmäßigkeitsfahrten in allen Klassen des ADMV Classic Cup. Die Qualität der angebotenen und interessanten Technik ist gestiegen. Die Sonderläufe waren dem 100-jährigen Jubiläum der Marke Benelli und dem motorsportlichen Nachwuchs gewidmet, damit sind tatsächlich die kleinsten Akteure ab 5 Jahre aufwärts gemeint. Es war erfreulich, dass unter den aktiven Teilnehmern wieder eine ganze Reihe, der unterdessen vom „Auspuffdampf“ ergrauten Herren, der ehemals aktiven Riege anzutreffen waren. Einer der Ältesten von ihnen und auch mit der weitesten Anreise, der immer freundliche Ivar Sauter aus der Schweiz auf der Aermacchi. Eine sehr lobenswerte Tradition ist unterdessen die Aktion Charity Drive, der Verein „Sonnenstrahl e. V. Dresden“ hat sich die Unterstützung krebskranker Kinder zum Ziel gestellt und war auf dem Zielplatz präsent.Da ja bei den Gleichmäßigkeitsveranstaltungen die gefahrenen Stundenkilometer eine untergeordnete Rolle spielen ist das für die flinken Fahrer, die auf Pokale bei Gleichmäßigkeit nicht so scharf sind, eher wertvoll. So war an beiden Tagen mit unterschiedlichen Wetterverhältnissen stets Manfred Berger auf seinem 2 Liter Van Diemen einer der schnellsten Fahrer mit unter zwei Minuten Fahrzeit je gefahrenem Durchgang. Besonders erfreulich aus Sicht ehemaliger aktiver Rennfahrer war der Sieg für Klaus Pellert auf Honda in der Klasse 2.


04. & 05.08.2012

 

Das Wetter war endlich wieder einmal verdient gut, am Freitag löschte etwas Regen den Staub und erfrischte nicht nur den Wald, die folgenden Tage herrschte dann wieder schwüle Hitze. Ca. 260 Teilnehmer stellten sich dem Starter allein für die Gleichmäßigkeitsfahrten in allen Klassen des ADMV Classic Cup. Die „schnelle Helga“ Steudel-Heinrich wurde als Doppelsiegerin der sechziger Jahre überall wo man sie nur erreichen konnte gefeiert. Natürlich fuhr sie eine MZ RE, das Motorrad ihrer früheren Erfolge – und sie trägt noch die Rennkombi nach den Maßen einer zwanzigjährigen gefertigt. Aber auch als Gäste neben der Strecke konnte man mit einigen erfolgreichen Rennfahrern über vergangene Erlebnisse plaudern.Ein paar Motorradfahrer der Region sollten doch Erwähnung finden, zu jenen dürfte man wohl Uwe Schramm und seine Freunde aus Nausalza-Spremberg mit ihren Hondas rechnen, aber auch Gerold Elstner mit Sohn Stefan Bayer aus Großschönau mit phantastisch vorbereiteten Suzuki RGE 500 Rennmaschinen, natürlich wie auch bei Uwe Schramm auf selbstvorbereiteten Replika. Rolf Pöschel, einer der ältesten noch lebenden Gespannrecken, setzte selbst ein Highlight indem er sein erst kürzlich erschienenes Buch mit dem Titel „Schmiermaxe“, Episoden aus seinem Leben, aus der Zeit der Rennen nach dem II. Weltkrieg und aber auch über die Seitenwagengeschichte. Ein tolles Buch, er lieferte seine Erinnerungen und sein Archiv und der Neffe Lothar Herrmann erarbeitete das Buch.

 

 

03. & 04.08.2013

 

Die Jubiläumsauflage besuchten geschätzte 20 000 Besucher bei hochsommerlichen Temperaturen. Über 300 Starter, darunter aus A, CR, CH und GB, hatten sich in die Startlisten aller Klassen des „CC“, sowie des Sonderlauf für Rennfahrzeuge aus 3 Epochen und ehemalige Aktive eingeschrieben. In den gefüllten Feldern gab es sehr sehenswerte, echte alte Renntechnik zu bewundern, neben den üblichen 08-15 Umbauten mit sehr unterschiedlichem Niveau konnte der Kenner auch wieder hervorragende Replikats bestaunen. Uwe Schramm war mit seiner Egli Honda CB 450 ein technischer Augenschmaus und auch fahrerisch wie immer bestechend. Beim Sonderlauf der Renntechnik, z.T. auch mit ehemaligen Rennfahrern vorgeführt, lachte bei verschiedenen Einzelstücken das Herz der Kenner. Neben vielen ehemals Aktiven überraschte Gottfried Aehlig als „Rückkehrer“ mit einer NSU Sportmax. Unter vielen sehenswerten Rennoldtimern war der Jaguar Mitchell Special aus dem Jahr 1938 mit 3,8 L Hubraum von Olaf Havlat aus Großschönau das Highlight. Die Würze für die Veranstaltung war wie immer der unverwüstliche Sprecher Lutz Weidlich, der auch sein gelungenes belletristisches Werk „Zwischen Fahrerlager, Start und Ziel“ präsentierte.

 

02./03.08.2014

 

Der  DMSB hat für die Veranstaltung eine beantragte Streckenlizenz mit spezifischen Einschränkungen zur Durchführung von Rennen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung erteilt. Erstmalig wurden drei voneinander unabhängige Veranstaltungen in einem Rahmen gebündelt. Das waren: Alle Klassen des bekannten ADMV Classic Cup und Gaststarter (Wertung auf Gleichmäßig-keit); Der Internationale Bergpreis (hier in 6 Klassen vertreten) für Renngespanne und die IG AWO auf Geschwindigkeit; Die IG „Deutsche-Histo-Bergmeisterschaft“ ist eine separate Autoklasse und fährt im Modus Gleichmäßigkeit. Das wieder erstarkte Bergrennen war für alle Beteiligten ein Erfolg und Erlebnis. Woher kamen die tausende Zuschauer in der Gluthitze der beiden Tage, es war unvorstellbar und auch eine logistische Meiserleistung eines gut funktionierenden Teams. Das Wichtigste für die Veranstaltung war die Tatsache, dass die anwesenden Ärzte nur benötigt wurden um bei „Hitzeschäden“ von Zuschauern einzugreifen, es gab keinerlei Rennunfälle. Interessant gestaltete sich das Rennen der typenreinen AWO Klasse im Rahmen der Internationalen Bergmeisterschaft, das war schon toll der AWO Sound unter den altehrwürdigen Waldbäumen. In der Bergmeisterschaft der Gespanne ging es richtig schnell zu und das Gespann Fritz Behringer und Joachim Reichert (Passau/Bad Orb) fuhren sich mit ihrem Busch/König Gespann sofort in die Herzen der begeisterten Zuschauer. Bereits im Training knallten sie Zeiten von jenseits aller Erwartungen auf den Asphalt der Bergrennstrecke, mit 1:38 fuhren sie im Training das schnellste Ergebnis aller Zeiten, das sind 129,6 km/h Durchschnitt, im Rennen knapperten sie mit 1:37,874 min. entsprechend 132,4 km/h ab. Somit sind sie die ungekrönten Bergkönige seit 1923. Die schnellen Bayern siegten in der Klasse 2 souverän vor Riedel/Lüttke auf dem Haller-Gespann und den Eidgenossen Bily/Nespesny. Der Oberlausitzer Riedel holte sich seit dem 13. August 1961, als er erstmals mit einer BK 350 in der Serienklasse beim Lückendorfer Bergrennen startete den 12. Platz und nach 53 Jahren einen Podestplatz bei einem Lückendorfer Bergrennen. In der Klasse 1 gingen die älteren Baujahre in das Rennen, es siegten die Österreicher Leimer/Dr. Liebscher vor Rydlo/Janoskova (CZE), Pfalz/Lüttke und Hans Olbertz mit Katrin Liebscher. Die stark besetzte Klasse 4 wurde eine sichere Ausbeute für die sehr schnellen Cottbuser Andre Hummel und Petra Pahl vor den Eidgenossen Charly Suter und Brigitte Fausch vorden Pokalanwärtern Gerlinger//Weber auf Rotax.

 

 

Autor: Jürgen Kießlich